Auge

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englisch: Eye; französisch: Oeil, Œil; italienisch: Occhio.


Johannes Bolten (1937)

RDK I, 1242–1243


A. Als Symbol. Ein geöffnetes A. kann die Kirche, ein geschlossenes die Synagoge symbolisieren (Molsdorf 999). Die A. auf den Flügeln der Seraphim, Cherubim und Throne (vgl. Molsdorf 836-838) sind Symbole der Weisheit und der hohen Erkenntnis dieser himmlischen Mächte. Die sieben A. des apokalyptischen Lammes bezeichnen „die sieben Geister Gottes, die über die ganze Erde gesandt sind“ (Apok. 5, 6).

B. Als Attribut. A. finden wir als Attribut auch bei mehreren in Deutschland verehrten und dargestellten Heiligen: Dem hl. Leodegar, Bischof von Autun († 678) werden sie gegeben auf Grund seines Martyriums. Die hl. Lucia, die vielfach zwei A. auf einer Schüssel trägt, verdankt dieses Attribut der Interpretation ihres Namens (Lucia = die Leuchtende, die Lichtträgerin). Zwei A. auf einem Buch tragen der hl. Erhard, Bischof von Regensburg (7. Jh.), weil er die hl. Odilia bei der Taufe von ihrer Blindheit geheilt haben soll, und die hl. Odilia, weil sie ihr Augenlicht wiedererlangte.

C. Mit verbundenen A. werden öfters dargestellt: Fortuna, die das Glücksrad dreht (Molsdorf 1144 und van Marle, Iconographie II Fig. 225 u. S. 194), die Gerechtigkeit (Molsdorf 1064), die Synagoge (Molsdorf 1006, 1008 und 1009), der Unglaube (ebd. 1075), die Nacht (ebd. 1129; s. Tageszeiten) und die üble Nachrede (Röttinger, Georg Pencz Nr. 12).

Literatur

s. Attribut.

Verweise