Hinterglasmalerei
englisch: reverse painting on glass; französisch: peinture sur verre inversée, fixé sous verre; italienisch: fondo d’oro, pittura su vetro al contrario; pittura sottovetro.
Christina Anna Lanzl (2026)
I. Definition
Hinterglasmalerei ist eine Kunsttechnik, bei der auf einen transparenten Träger, in der Regel Glas, aber auch Bergkristall, Glimmer oder Plexiglas, ein Bild erzeugt wird. Dies geschieht hauptsächlich mit Hilfe von Malfarben, Metallfolien oder -pulver, Kupferstichen, bemaltem Papier oder Pergament, durch Bemalen, Radieren oder Aufkleben. Häufig sind Kombinationen.[1] Da das erzeugte Bild von der unbehandelten Seite des Trägers her betrachtet wird, ist eine Umkehrung des Malvorganges erforderlich: Der Vordergrund wird zuerst aufgebracht, der Hintergrund zuletzt. In der Regel wird das Motiv seitenverkehrt entworfen.[2] Das Bild weist durch den transparenten Glasträger eine gesteigerte Brillanz und Intensität der Farbwirkung auf.
II. Quellen
Die Technik der Herstellung des Zwischengoldglases („fondo d’oro“) wird in den „Libri Eraclii de coloribus et artibus Romanorum“, um 950, beschrieben und die Zeit des byzantinischen Kaisers Herakleios (um 575–641) datiert.[3] In „De diversis artibus“, um 1120, wird dieses Verfahren ebenfalls erläutert und als griechisch benannt.[4] Cennino Cennini (um 1370 bis um 1440) beschrieb in seinem um 1400 verfassten Malereitraktat „Il libro dell’arte“ u. a., das Malen auf Glas und wie man Goldfolie mit Eiweiß auf Glas befestigen konnte.[5]
Auch in der nachfolgenden Zeit beschreiben die Quellen nicht immer explizit die Hinterglasmalerei, wenn sie das Malen auf Glas behandeln, allerdings sind Angaben zu geeigneten Pigmenten und zur Vergoldung auch für diese gültig. Zwei süddeutsche Handschriften vom Anfang des 15. Jh., die unter dem Titel „Vf gleser molen“ Anweisungen zur Hinterglasmalerei enthalten, gelten als die ältesten erhaltenen Quellen über die Technik aus dem deutschsprachigen Raum.[6] In der Rezeptsammlung „Ricette per fare ogni sorte di colore“, entstanden in Venetien vom Ende des 16. Jh. bis zum Anfang 17. Jh., wird ebenfalls Malerei und Vergoldung auf Glas beschrieben.[7] Der Alchemist und Glashüttenmeister Johann Kunckel von Löwenstern (1635–1703), ging im zweiten Teil seines Werks „Ars Vitraria Experimentalis, Oder Vollkommene Glasmacher-Kunst“ (1679) auch auf Bemalung und Vergoldung des Materials ein.[8] Seit dem späten 17. Jh. sind zunehmend Beschreibungen von Glasmaltechniken überliefert, auch von bedeutenden Hinterglasmalern wie dem Schweizer Hans Jakob Sprüngli (1559–1637), dessen Anweisungen jedoch posthum 1689 erschienen.[9] Der schwäbische Maler Ulrich Daniel Metzger (1671 bis nach 1738) verfasste 1708 ein 126-seitiges Reise- und Rezeptbuch, das eine Reihe von technischen Anleitungen zur Hinterglasmalerei enthielt, jedoch nicht gedruckt wurde.[10] Der Benediktinermönch Antoine-Joseph Pernety (Dom Pernety, 1716–1796) beschrieb in seinem 1756 verfassten „Dictionnaire portatif de peinture, sculpture et gravure avec un traité pratique des différentes manières de peindre“, auch die verschiedenen Hinterglas-Maltechniken und beklagte die neue Orientierung an den Druckgraphiken sowie einen einhergehenden Niedergang der Malerei hinter Glas.[11]
In Frankreich ging der Kunsttheoretiker André Félibien (1619–1695) auf die Technik ein.[12] Der Maler und Mediziner Johann Melchior Cröker (1671–1719), der die maßgeblichen kunsttheoretischen und -technischen Schriften seiner Zeit zitierte, darunter auch Félibiens, veröffentlichte 1719 ein umfassendes, illustriertes Werk mit Malanleitungen auch zur Hinterglasmalerei, es wurde 1729 unter dem Titel „Der wohl anführende Mahler“[13] wiederaufgelegt (3. Aufl. 1736).[14] Der für den französischen Hof tätige Miniaturmaler François Tiquet widmete sich in seinem 46-seitigen Werk “Traité de plusieurs beaux secrets. Très utile pour les artistes et curieux. Et le beau secret de la composition sous la glace [...]” (Den Haag 1747) auch dieser Technik, u. a. verriet er, wie eine Glasplatte vorzubereiten sei.[15]
Dass die Hinterglasmalerei im 18. Jh. in Frankreich zum Kanon der etablierten Techniken gehörte, zeigt auch die Aufnahme in die Enzyklopädien: Während Philippe Macquer (1720–1770) sie in seinem 1766 in Paris erschienenen “Dictionnaire Portatif Des Arts Et Metiers” nur kurz als Variante der Ölmalerei erwähnte,[16] wird sie in der von Abbé Jaubert umfassend erweiterten Auflage von 1773 mit dem Titel “Dictionnaire raisonné universel des Arts et Métiers” ausführlich einschließlich der Übertragung der Drucke auf Glas gewürdigt.[17] Auch im mehrfach aufgelegten “Recueil de secrets surs et expérimentés à l’usage des artistes” (1. Aufl. Paris 1783) von Pierre-Joseph Buc’hoz (Buchoz; 1731–1807) wird sie behandelt.[18]
Die Technik der Herstellung eines Hinterglasbildes durch die Übertragung einer Druckgraphik, wie sie bereits in den „Ricette per fare ogni sorte di colore“ (Padua, Universitätsbibliothek, Ms. 992), entstanden in Venetien vom Ende des 16. Jh. bis zum Anfang 17. Jh., beschrieben wurde und auch von Hans Jacob Sprüngli aufgegriffen worden war, erhielt 1701 durch die Veröffentlichung von William Salmon (1644–1713) eine weitere Verbreitung.[19] Der deutsche Autor mit dem Pseudonym Alexius Sincerus erläuterte sie 1712 ausführlich in seinem „gantz neu verfasten Kunst Buch“ neben der eigentlichen Glasmalerei.[20] Der Farbenhersteller Carington Bowles (1724–1793) erklärte in seinem verbreiteten Traktat „The Whole Art of Painting in Water-Colours […] together with Instructions for Painting on Glass“, erneut, wie man Hinterglasmalerei mit Hilfe von Drucken ausführen konnte, nannte aber auch die geeigneten Pigmente (Zinnober, Preußischblau, Spodium etc.).[21]
Allerdings notierte noch Paul von Stetten (1731–1808) 1779 in Augsburg die Bedeutung grafischer Vorlagen wie Kupferstichen für die Anfertigung von Rissen für Hinterglasbilder: „zwar werden sie meistens nach Kupferstichen verfertiget [...] allein die Kolorit erfordert einen eigenen Künstler, und diejenigen, welche sich darin besonders hervortun, sind so gut als andere darunter zu zählen.“[22]
Ende des Jahrhunderts reagierte man auf den Bedarf an Porträts in der Art von Scherenschnitten: 1791 erschien in Nürnberg die „Anweisung wie Silhouetten auf eine leichte Art mit sehr geringen Kosten sowohl in einzelnen Köpfen als ganzen Grouppen von Personen mit treffender Aehnlichkeit auf Goldgrund hinter Glas zu verfertigen sind“, die Johann Heinrich Meynier (1764–1825) zugeschrieben werden kann.[23]
Im 19. Jh. fügte man kaum noch etwas hinzu, sondern wiederholte stattdessen die bekannten Verfahren. Friedrich Dietrich beschrieb in seiner vielfach aufgelegten „Anweisung zur Oelmalerei“ eine Variante des Verfahrens „Kupferstiche auf Glas aufzuziehen“ mit einem Firniß aus Hausenblase, Gummi arabicum und Storax.[24] Die von Levina Buoncuore unter dem Pseudonym L. B. Urbino wohl für die Hand von Laien verfasste “Art recreations” (Boston 1859) popagierte die Technik als eine Art Freizeitbeschäftigung.
Im 21. Jh. entwickelte der Künstler Gerhard Richter (geb. 1932) in Köln eine neue Technik mit Kunstharzlack, die er selbst folgendermaßen beschrieb: „Eine beliebige Platte, die mindestens doppelt so groß ist wie die geplanten Hinterglasbilder, bedecke ich mit Kunstharzlack, d. h. mit verschiedenen Buntfarben (geschätzte Menge ca. ein bis fünf Esslöffel). Diese Farben stehen dann teils hart nebeneinander, teils verfließen sie ineinander und ergeben einen Anblick, in den ich mit Pinsel oder Spachtel eingreife, störe, vermische, durcheinanderbringe.“[25] Vielfältige Techniken, darunter häufig Mischtechniken (sowohl was die Bindemittel als auch was die Arbeitstechniken betrifft), verwendet die Hinterglasmalerin Fride Wirtl (geb. 1932), gen. WirtlWalser, und beschrieb sie ausführlich.[26]
III. Technik
A. Antike
Bei der Zwischengoldglas-Technik („fondo d’oro“), brachte man auf das Glas, häufig den Boden eines Gefäßkörpers, eine Goldfolie auf, ritzte eine Darstellung ein (Radierung) und hintermalte diese; sie wurde beim Aufschmelzen des restlichen Gefäßkörpers mit einer weiteren Glasschicht bedeckt. Die Technik ist nachweisbar vom 3. vorchristlichen Jahrhundert bis zum 4. Jh. in Alexandrien, später in Rom und ab dem 3. Jh. im Rheinland, insbesondere in Köln.[27]
B. Mittelalter
Im Mittelalter waren nördlich und südlich der Alpen unterschiedliche Herstellungstechniken für zumeist kleinformatige Hinterglasmalereien üblich.
In Italien wurde das „fondo d’oro“ ähnlich wie in der Antike erzeugt: Die in die Goldfolie gravierte Zeichnung wurde jedoch noch mit dunkler Farbe ausgespart, bevor die deckende Glasschicht aufgebracht wurde.
Nördlich der Alpen wurde mit Schwarzlot direkt auf das Glas gemalt (z. B. Abb.).
C. Neuzeit
Seit der Renaissance wurde auch nördlich der Alpen die Hinterglasradierung angewandt und häufig kombiniert mit anderen Techniken als Amelierung bezeichnet; seit der zweiten Hälfte des 18. Jh. wurde dafür auch der Begriff Eglomisé üblich (s. Eglomisé). Daneben gab es die Hinterglasmalerei auf verspiegeltem Glas. In der Regel arbeitete man nach Vorlagen aus der Tafelmalerei, die durch die Druckgraphik vermittelt wurden.[28]
Die Erfindungen des Glasdrucks und der (Farb-)Lithografie führten ab dem 18. Jh. zum Verlust der Bedeutung der Hinterglasmalerei, da sie eine ebenso brillante Farbigkeit wesentlich preisgünstiger erzeugen konnten. Kunstschaffende des 20. Jh. entdeckten die Gattung wieder und entwickelten sie weiter.[29]
1. Hinterglasradierung
Die für das frühe 16. Jh. in Nürnberg zuerst belegte Bezeichnung „amelieren“[30] im Sinne von „eine Fläche gravieren und die Gravur mit metallischer Schwärze ausfüllen“[31] ist eine Form der Hinterglasradierung, bei der in die Blattmetallauflage oder Metallpuderauflage radiert wurde. Anschließend trug man verschiedenfarbige, transparente Lacke (Lüsterfarben) auf. Deren Wirkung konnte durch aufgelegte glatte oder geknitterte Metallfolien noch verstärkt werden.[32] In Nürnberg wurden meist kleinere Kompositionen zum Einfügen in Möbel oder andere Gebrauchsgegenstände geschaffen. Die Meister in den Niederlanden und am Niederrhein schufen dagegen größere Hinterglasbilder.[33]
2. Spiegelbilder
Seit dem 18. Jahrhundert wurden auch Spiegel mit Hinterglasbildern versehen, indem man von der Rückseite flächige Stellen aus dem Belag[34] ausschabte und hintermalte. Die Bezeichnung Nonnenspiegel für Exemplare mit religiösen Themen, z. B. ein Nonnenspiegel mit Medaillon von Papst Pius VI., Augsburg letztes Viertel des 18. Jh.,[35] wird damit begründet, dass der Gebrauch von Spiegeln in Klöstern aus moralischen Gründen eigentlich untersagt war.
3. Hinterglasdruck
Eine erfolgreiche Erfindung war die Übertragung von Druckgraphiken auf Glas, erstmalig wohl Ende 16./Anfang 17. Jh. in einer venetischen Rezeptsammlung überliefert (Padua, Universitätsbibliothek, Ms. 992), dann von Hans Jacob Sprüngli um 1600 beschrieben und schließlich verbreitet durch William Salmon (1644–1713).[36] Dabei handelt es sich jedoch nicht, wie die Bezeichnung vermuten lässt, um ein Druckverfahren: Ein Mezzotinto-Druck musste zunächst gewässert werden, damit die Fasern aufquellen, dann wurde Terpentin (oder Firnis) auf das Glas aufgetragen; nach dem Entfernen von überschüssigem Wasser aus dem Papier sollte es blasenfrei mit dem Bild nach unten auf das Glas gelegt werden; anschließend wurde das Papier durch vorsichtiges Abrollen der Fasern stark ausgedünnt. Nach dem Trocknen konnte das Bild ausgemalt werden (Abb.). Der internationale Handel mit solchen Bildern ist u. a. durch Werbeanzeigen belegt, z. B. eine Lieferung aus London nach Nordamerika wurde 1757 angekündigt: “A great Variety of new fashioned Looking Glasses, and Sconces, and also a Variety of Metzitento Pictures, painted on Glass”.[37]
IV. Geschichte
Die Technik ist in Form der Zwischengoldgläser seit der Antike für die Dekoration von Luxusobjekten überliefert und wurde in Byzanz und im Vorderen Orient weiter praktiziert. Noch im 12. Jahrhundert war sie in Europa nach den Quellen bekannt, scheint aber erst seit dem 13. Jahrhundert in Italien wieder ausgeübt worden zu sein. Nördlich der Alpen datieren die ältesten erhaltenen Beispiele nicht vor 1300.
Zwischen 1550 und 1850 waren viele Varianten der Technik mit unterschiedlichem künstlerischem Anspruch verbreitet, dabei gab es eine große Bandbreite von Anwendungen vom dekorativen Element bis zum eigenständigen Gemälde. In serieller Fertigung entstanden Werke von hoher Qualität seit dem Beginn des 16. Jh. in Murano, dann auch in der Schweiz, am Niederrhein (Köln) sowie in den Niederlanden und in Spanien.[38]
Ab ca. 1750 wurde die Hinterglasmalerei auch in der Volkskunst häufig angewandt, da die verwendeten Materialien durch die Industrialisierung nun preisgünstig geworden waren. Neben Unikaten entstand zudem Massenware für den Export, zuerst innerhalb Europas und ab der Kolonialzeit auch nach Nordamerika, China oder Afrika, wo bald eine eigene Produktion angesiedelt wurde.[39]
Ab der Mitte des 19. Jh. wurde die Hinterglasmalerei in Europa zunehmend durch kostengünstigere Farbdruckverfahren verdrängt, blieb aber noch eine Gattung der Volkskunst. Im 20. Jh. wurde sie als künstlerische Technik wiederentdeckt.
A. Antike
Aus der Periode des Hellenismus stammen die ältesten bekannten Beispiele von Zwischengoldgläsern, z. B. die in Alexandrien hergestellte sog. Canosa-Schale (London, British Museum), um 250 v. Chr.,[40] entdeckt in Canosa di Puglia (Provinz Bari), mit feingliedrigem floralen Blumenmotiv in Zwischengoldglas („fondo d’oro“).
Aus der späteren Antike haben sich zumeist kleinformatige Werke erhalten, z. B. das um 250–300 in Alexandria geschaffene Portrait des Gennadios, eine Zwischengoldglasmalerei, die wohl als Anhänger getragen wurde (New York, Metropolitan Museum of Art).[41]
Häufig sind die Böden von Zwischengoldgläsern erhalten, da sie in den Katakomben zur Markierung von Gräbern im Anschluss an das Totenmahl eingesetzt wurden. Sie zeigen Porträts, Jagd- und Zirkusszenen sowie religiöse Themen, z. B. aus dem 4. Jahrhundert, Darstellungen der Heiligen Petrus und Paulus (New York, Metropolitan Museum)[42], der Thora-Schrein (Jerusalem, Israel Museum)[43] oder der Zirkuskutscher Vincentius (Wien, Antiken-Sammlung).[44]
In der Zeit der Völkerwanderung kam die Glasherstellung und damit auch die Hinterglasmalerei im ehemaligen weströmischen Reich offenbar zum Erliegen, sie wurde jedoch in den östlichen Teilen des Reichs noch weiter praktiziert.[45]
B. Mittelalter
Es sind bislang keine mittelalterlichen Beispiele aus der Zeit vor dem 13. Jh. bekannt, die nicht aus dem Orient stammen oder sich noch dort befinden. Aus dem 12. Jh. hat sich eine handtellergroße Glasplatte mit fondi d’oro Kreuzdekor erhalten, die vermutlich Teil der Verkleidung eines Altars aus der Kirche in Maaret-al-Nu’man nahe Aleppo war.[46] Mit Hinterglaseinlagen sind die Stuckornamente im Grabmal (Qubba) des Shaykh Ahmad ibn Sulayrnma ar Riza’i in Kairo, 1291, versehen.[47]
Hauptsächlich über Venedig und Genua wurden solche zum Dekor eingesetzten Hinterglasmalereien aus dem Orient importiert. So ist im Dom von Pisa um 1270 die Kanzel und eine Marmorbrüstung mit kleinen Intarsien aus Hinterglasmalerei mit dreieckigem Dekor in kreuzförmiger Anordnung verziert worden. In Syrien hergestellt, ähneln sie dem Dekor des Mihrab einer Moschee in Kairo, erbaut 1140. In die Kanzeltreppen-Brüstung aus der Kirche San Giovanni Fuoricivitas in Pistoia, Werkstatt Nicola Pisano/Frau Guglielmo, Pisa, um 1270, wurden Elemente mit Hinterglasmalerei eingelassen (Abb.).[48] Weitere Altäre, Lettner oder einzelnen Architekturelementen wie Zwickeln mit hinter Glas gearbeiteten Zierelementen sind z. B. erhalten in der Kathedrale von Bourges und in St-Denis bei Paris.[49] Auch am Hochaltar der Westminster Abbey von 1270/80 sind Zierelemente aus Lack zwischen Zinn und Glas bewahrt.[50]
In Venedig wurden dann im 13. Jh. ca. 18 x 9 cm große Glasrohlinge, die „lingue di vetro“, hergestellt, die dann mit Hinterglasmalerei bzw.-radierung versehen wurden. Als ältester Nachweis für deren Einsatz in der Architektur gilt das Grabmal von Papst Clemens IV. (um 1200–1268) in Viterbo.[51] Neben Einzelstücken gab es serielle Produkte als Andachtsbilder, in Fassungen von Reliquiaren oder als Verzierungen von Altargerät.[52] Vermutlich gelangte die Hinterglasmalerei größeren Formats vom nördlichen Italien dann nach Frankreich, in die Schweiz, nach Österreich, Bayern und Böhmen.[53]
Eine eigene mittelalterliche Hinterglasmalerei lässt sich im Alten Reich nicht vor dem 14. Jh. feststellen. Als eines der ältesten bekannten, äußerst selten erhaltenen Beispiele gilt ein Tafelbild aus dem Zisterzienserinnen-Kloster zum Heiligen Kreuz in Rostock, das in Lüneburg oder in der Werkstatt des Zisterzienserklosters Doberan um 1330 angefertigt worden ist (Abb.).[54] Dargestellt ist die Kreuzigung Christi mit Maria als Schmerzensmutter und Johannes umgeben von zwei christologisch gedeuteten Tier-Motiven (Pelikan und Löwe) und zwei typologischen Szenen aus dem Alten Testament (Erhöhung der ehernen Schlange, die Opferung Isaaks), umgeben von Evangelistensymbolen. Das Bild besteht aus vier dreieckigen Glasstücken, die um ein rautenförmiges Glasstück zum Hochrechteck gruppiert sind. Die Hinterglasmalerei ist in Schwarzlot ausgeführt, darauf wurde Goldfolie appliziert, radiert und bemalt, das Ganze ist auf eine Platte aus Eichenholz montiert. Aus der zweiten Hälfte des 14. Jh. stammt ein kleines Kästchen mit kleinen Scheibenverzierungen in dunkelblauer sowie ornamentaler Hintermalung im Deckel und in den Seitenfeldern aus dem Dominikanerinnenkloster Adelhausen bei Freiburg, dessen transluzide Ausführung wohl von der Emaille-Malerei beeinflusst worden war.[55]
Mit der Verfügbarkeit größerer Glasscheiben entstanden Ende des Mittelalters vermehrt kleine Triptychen, Andachtsbilder und Pacifikalia (Abb.).[56]. Es ist beispielsweise das 38 x 25 cm große Mittelbild eines Triptychons erhalten, das eine „Maria lactans“ zeigt und wohl vor 1452 von Antonius van der Not (1398–1452) und seiner Gemahlin Elisabeth Eggloy in Auftrag gegeben wurde. Es ist eine sehr fein ausgeführte Arbeit aus Schwarzlotmalerei, Radierung, Lüsterfarbe und abschließender Applikation von Metallfolien.[57]
C. Neuzeit
1. 15. bis 17. Jh.
Die Republik Venedig war im 14./15. Jh. das maßgebliche Zentrum für die Glasherstellung, von dem aus die Rohlinge an die Produktionsstätten der Hinterglasmalerei exportiert wurden.[58]
Auch in der Lombardei schufen Künstler Hinterglasbilder, das aufstrebende Geschlecht der Sforza förderte dies durch Erwerbungen, darunter kleine Triptychen wie das von Jacopino Cietario (aktiv 1460)[59] sowie Reliquien-Kapseln von Ambrogio Bevilacqua (aktiv 1485–1502).
Im 16. Jh. mehrte sich die Konkurrenz zu den Glashütten Venedigs in Norditalien, Tirol (Hall, Innsbruck), Bayern und der Ile de France (Saint-Germain-en-Laye).[60] Ein künstlerisch herausragendes Werk der bayerischen Hofkunst ist die Hostienschale mit Hinterglasradierung und -malerei von Hans Wertinger (um 1465/70–1533) mit einer Darstellung der Begegnung Abrahams mit Melchisedek (vgl. Hebr 7, 4,10–14,18; Gen 14,17–20), 1498, die für den Freisinger Dom bestimmt war (Abb.).[61] Ebenfalls in Oberdeutschland entstand um 1500 eine Kristallglasscheibe mit dem Gemälde einer Madonna, umgeben von fünfzehn geflügelten Engelsköpfen.[62]
Kaiser Rudolf II. (1552–1612) gab in Prag zahlreiche Aufträge für Hinterglasbilder[63] und förderte die Technik in Böhmen maßgeblich. Die „Prag-Wiener-Schule“ der Hinterglasmalerei Böhmens war bekannt für ihre monochrom lasierten Hinterglasbilder, die ganzflächig mit Goldfolie hinterlegt waren, sie bestand bis ins 18. Jh. mit Daniel Preissler (1636–1733) und seinem Sohn Ignaz (1676–1741) als herausragenden Meistern. Im 18. Jh. florierte die sog. böhmisch-fränkische Schule mit goldenen Architekturen, Landschaftselementen und polychromen Figuren vor meist weißem Hintergrund in Form sog. Nonnenspiegel. Herausragender Vertreter allegorischer Darstellungen und religiöser Bildinhalte war Vinzenz Janke (1769–1838) und seine Werkstatt.[64]
In ganz Europa führte die ab dem 16. Jh. erhöhte Flachglasproduktion in sehr guter Qualität zu einer Blüte der Hinterglasmalerei,[65] z. B. in Venetien und Tirol.[66]
In Süddeutschland blühte die Hinterglasmalerei ab dem 16. Jh. in zwei großen Handelszentren auf, den Reichsstädten Nürnberg und Augsburg.[67] Nürnberger Ameliererfamilien sind die des Augustin Hirsvogel (1503–1553) und dessen Bruder, Veit dem Jüngeren (1485–1553), sowie dessen Sohn Sebald Hirsvogel (1517–1589), die zu den ersten gehörten, welche die Technik des Amelierens für die Verzierung luxuriöser Gebrauchsgegenstände anwandten. Herausragende Arbeiten schufen auch Virgil Solis (1514–1562) und dessen Sohn Nicolaus (1542–1584), der sich 1565 in Augsburg niederließ und dort die Nürnberger Art des Amelierens ausübte. Aus deren Werkstatt sowie der des Goldschmieds Hans Selber (gest. 1584, Meister vor 1553) stammt ein herausragendes Becherpaar der Spätrenaissance aus Nürnberg, zwischen 1571–1584[68]: Die zwei „vorgulte Amulirte becher mit deckeln“ waren für den sächsischen Kurfürsten August (reg. 1553 –1586) und seine Gattin Anna (1532–1585) bestimmt. Die konisch zulaufenden, doppelwandigen Becher zeigen Herrscherwappen auf den Seitenwänden und Bodenplatten.[69]
In der Schweiz entstanden künstlerisch herausragende Werke der Hinterglasmalerei vom 16. bis 19. Jh. v. a. in Zug, Luzern und Zürich.[70] Hans Jakob Sprüngli war der führende Zürcher Hinterglasmaler. Sprünglis prunkvolle Trinkgefäße in manieristischem Stil sind Meisterwerke der doppelwandigen Hinterglasmalerei.[71] Sein vor allem die Mythologie der Antike und christlichen Allegorien und Historien verbildlichendes Werk gilt als einer der Höhepunkte der Hinterglasmalerei generell, dazu gehört z. B. sein Prunkhumpen mit Darstellungen heroischer Frauengestalten des Alten Testaments, um 1610 (Abb.).[72] Von Sprüngli selbst sind nur zwei Zeichnungen erhalten. Die Scheibenrisse für seine Arbeiten führten fast ausschließlich Visierer aus.[73] Zu ihnen gehörte der Maler, Radierer und Zeichner Gotthard Ringgli (1575–1635), der für Sprüngli eine Reihe allegorischer und emblematischer Darstellungen entwarf.[74] Sprüngli arbeitete dabei aber durchaus seriell, indem er gleiche Motive auf die Bildträger aufklebte. Erhalten sind z. B. zwei fast identische, liegende Venus-Akte vor zentralperspektivischer Bogenarchitektur: das wohl von Sprüngli selbst gemalte „Hinterglasbild mit Darstellung der liegenden Venus“, 1600/10[75], und das von ihm auch signierte Gemälde „Schlafende Venus mit Cupido“, 1600, das wohl in Zusammenarbeit mit Hans Jegli (1579–1643) entstanden ist. Es ist eine Arbeit auf Spiegelglas, hintermalt, ameliert und mit Malerei auf Pergament und Zinnfolien versehen.[76]
Die Augsburger Hinterglasmaler, 1684 erstmalig mit dieser Berufsbezeichnung in den Archivalien fassbar, gehörten seit 1693 zur gemeinsamen Zunft der Maler, Glaser, Bildhauer, Goldschläger, Gold- und Silberdrahtzieher.[77] Dies belegt ein verhältnismäßig großes Auftragsvolumen, welche eine größere Arbeitsteilung und weite Vertriebswege für die serielle Produktion zur Folge hatte. Während in Nürnberg das Amelieren nach 1600 kaum noch ausgeübt wurde,[78] wurde das Handwerk in Augsburg durchgängig bis zum 19. Jh. auf hohem Niveau ausgeführt.[79]
Die künstlerisch herausragenden Objekte mit Hinterglasmalerei waren im 17. Jh. in der Regel Luxusartikel, die für repräsentative Zwecke und weniger für den Gebrauch bestimmte waren. Zusätzlich zu den religiösen Inhalten wurden zunehmend weltliche Motive dargestellt, auch für einen breiteren Markt.[80] Mit der Einführung von Spiegelkabinetten wurde die Technik ebenso für verspiegelte Hintergründe verwendet, insbesondere bei Chinoiserien (z. B. in der Würzburger Residenz im 18. Jh.[81]).
Neue Zentren entstanden im 17. und 18. Jh. in Neapel und Spanien, u. a. angeregt durch die Kunst des Hans Jakob Sprüngli. Vorzügliche Werke schufen vor allem neapolitanische Möbelbauer, deren Kabinettschränke, Spiegelrahmen u. ä. mit Hinterglasmalerei veredelt wurden.[82] Umgehend entstand eine ortsansässige Malschule der Hinterglasmalerei mit typischen Vergoldungen, allerdings im Unterschied zur nordalpinen Schule mit eher mattem Goldglanz. Der neapolitanische Maler Luca Giordano (1637–1705)[83] bediente die Nachfrage nach mythologischen und christlichen Szenen auch in der Technik der Hinterglasmalerei; aufgrund der Personalunion der Königreiche Spanien und Neapel erhielt er auch Aufträge in Spanien.[84] Eine zweite neapolitanische Richtung von Verzierungen für Kabinettschränke waren eher gedeckt gemalte Landschaften mit römischen Ruinen und Szenen; sie waren häufig für Kabinettschränke in Adelspalästen und Sakristeien Spaniens bestimmt – ähnlich dem Stil der niederländischen ‚Bamboccianti‘ in Rom, deren Rückkehrer auch der heimatlichen Hinterglasmalerei neue Impulse gaben.[85]
Die Hinterglasradierung mit Blattgold führte der Niederländer Gerhard Janssen (1636–1725) in einem monochromen Stil aus, der in Österreich und Böhmen beliebt war (Abb.).[86] Er wanderte 1662 von Utrecht nach Wien aus, wo er diesen Stil einführte. Motive sind z. B. die Fußwaschung Christi, lasierend in zwei Tönen von Lackfarben ausgeführt auf Glas vor Blattgold, nach einem Kupferstich des Augsburgers Wolfgang Kilian (1581–1663)[87] sowie Adam mit Seth und seiner Familie, um 1695.[88] Die im Umkreis von Pieter van Laer (1599–1642) als Bamboccianti[89] tätigen Hinterglasmaler übernahmen die für die niederländische Genremalerei typischen Szenen.
2. Das 18. Jh.
Ab 1700 wurde neben Paris und London auch Augsburg wieder ein bedeutendes Zentrum für die Druckgrafik, das Vorlagen für Hinterglasmalerei lieferte.[90] Landschafts- und Stadtansichten waren im 18. Jh. neben christlichen Bildinhalten bedeutende Genres der Hinterglasmalerei.[91] Die Zentren der Hinterglasmalerei bestanden im 18. Jh. fort, wobei generell die Produktion zunahm. Neue Verlags- und Vertriebssysteme gewährleisteten eine weite Verbreitung. Hinterglasmalerei wurde zwar serienmäßig produziert, doch war aufgrund der relativ komplizierten Gestaltung keine Massenproduktion möglich. Die Herstellung fand dementsprechend in Schlesien, Böhmen, Oberösterreich, Nieder- und Oberbayern hütten- und hausgewerblich statt.[92]
Gleich in mehreren Genres arbeitete der bedeutende Künstler Johann Wolfgang Baumgartner (1712–1761), ein wichtiger Vertreter der Augsburger Schule, wobei er insbesondere für perspektivische Veduten bekannt ist, die er nach Kupferstichen von Melchior Küsel (1626–1683) nach Entwürfen von Johann Wilhelm Baur (1608–1642) anfertigte.[93]
Neu in der katholischen Innerschweiz war die Ölmalerei hinter Glas;[94] Beispiele des 18. Jh. sind v. a. aus dem Kanton Luzern erhalten, die von Klöstern und kirchlichen Würdenträgern beauftragt worden sind.[95] Die Hinterglasmalerfamilie Suter war für Genrebilder bekannt. In Sursee arbeitete nach italienischen Stichen Johann Peter Abesch (1666–1731)[96] und dessen Tochter Anna Barbara Abesch (1706–1773) sowie weitere Familienmitglieder, die hauptsächlich Druckgraphiken interpretierten. Die von Anna Barbara erhaltenen 260 Hinterglasbilder zeigen religiöse und mythologische Motiven nach Vorlagen französischer Vorbilder mit schwarzem Papier hinterlegt.[97]
Im 18. Jh. wurde Cadiz zum Exporthafen für mitteleuropäisches Kunstgewerbe und somit auch für die Hinterglasmalerei vor allem aus Augsburg, aber auch aus Oberammergau und Böhmen, besonders der Volkskunst. Beendet wurde der florierende Handel durch die Französische Revolution und die Napoleonischen Kriege, was zu einer Zunahme der Produktion in Spanien führte. Motive der Volkskunst wie seitliche Füllblumen und religiöse Bildinhalte wurden dafür vereinfacht und schematisiert.[98] Die Exporte dieser Massenware erreichten Portugal, Nord- und Südamerika, den Balkan und Russland.
Außereuropäische Hinterglasmalerei gab es zu Beginn des 18. Jh. nur in Asien.[99] Die Handelsniederlassungen Großbritanniens, der Niederlande, Schwedens, Dänemarks und Frankreichs entstanden in China, wobei die 1602 gegründete Niederländische Ostindien-Kompanie V.O.C. auch den Kaiserhof belieferte, die den Impuls für eine landeseigene Produktion vor Ort gab.[100] Der jesuitische Missionar und Hinterglasmaler Guiseppe Castiglione (1688–1766) wirkte seit 1715 in Peking, wo er bis zu seinem Lebensende als kaiserlicher Hofkünstler europäische und chinesische Elemente in seinem Werk verband.[101] Für das Jahr 1725 ist belegt, dass Kaiser Yongzheng (reg. 1723–1735) einen Auftrag für Glastafeln bemalt mit Bambus und Elstern an chinesische Künstler erteilte.[102] Nach dem Vorbild des französischen Königshofes in Versailles wurde 1696 von Kaiser Kangxi (reg. 1662–1722) unter der Leitung des deutschen Jesuitenpaters Kilian Stumpf (1655–1720) auch die Flachglasproduktion angesiedelt.[103] Parallel wurde ab 1780 auch Flachglas nach China verschifft, wo es nach vorwiegend französischen und englischen Stichvorlagen bemalt und anschließend einem europäischen Markt angeboten wurde, der sich für die dreidimensionale Wirkung begeisterte. Die chinesische Malweise wiederum wurde vorbildlich für europäische Hinterglasmaler, die sich auf Chinareisen weiterbildeten, darunter der schwedische Miniaturmaler Lorentz Svensson Sparrgren (1763–1828) sowie Mitte des 18. Jh. die Franzosen Pierre Jouffroy (1718–1796), François-Xavier Vispré (1730–1780) und dessen Bruder Victor (1727–1789). Ab Mitte des 19. Jh. beschränkte sich die chinesische Hinterglasmalerei auf einheimische Abnehmer.[104]
Wohl im 18. Jh. wurde die Technik der Hinterglasmalerei durch Franzosen und Engländer auch nach Indien vermittelt, wobei im 19. Jh. auch chinesische Glasmaler für den indischen Markt arbeiteten. Es handelt sich hauptsächlich um Porträts und Götterbilder.[105]
Angeregt durch die europäische Hinterglasmalerei wurde die Technik spätestens im 18. Jh. im Mittleren Orient, u. a. in der Türkei, in Syrien und Persien und in Nordafrika (insbesondere in Marokko und Tunesien) aufgenommen, wobei das islamische Bilderverbot wie auch in anderen künstlerischen Gattungen abgesehen von Porträts und Szenen des Lebens Mohameds oder anderer Propheten hauptsächlich eine Motivik aus Schriftzeichen, Ornamentik oder Tierdarstellungen hervorrief.[106]
3. Das 19. Jh.
Der Kunstmarkt entwickelte mit der Romantik eine hohe Nachfrage nach Hinterglasbildern vom 14. bis 16. Jh. Dies führte zur Nachahmung entsprechender Vorbilder, „entweder zur bewussten Täuschung“ oder „um den historisierenden Wunsch des 19. Jh. Rechnung zu tragen, als eigene künstlerische Leistung“.[107]
Darüber hinaus erwachte ein Interesse an der vermeintlich ursprünglichen Volkskunst.[108] Vor diesem Hintergrund florierte im 19. Jh. auch die serielle Hinterglasmalerei für den breiten Markt, in der Regel ohne Anspruch auf Originalität.[109] In Massenproduktion wurden hüttengewerbliche Hinterglasbilder im Bayerischen Wald, Böhmen und Oberösterreich hergestellt. Durch Rationalisierung produzierten beispielsweise Mitte des 19. Jh. rund 20 Hinterglasmaler-Familien in Sandl (Oberösterreich) und Umgebung bis zu 30.000–60.000 Bilder jährlich.[110]
In die Vereinigten Staaten von Amerika gelangte die Hinterglasmalerei als Volkskunst im 19. Jh. insbesondere durch deutsche, englische und tschechische Einwanderer.[111]
4. Das 20. Jh.
Obwohl der massenhafte Druck und die Fotografie mit der Hinterglasmalerei konkurrierten[112], fand sie als Volkskunst weiterhin Käufer. Dazu trugen Schriften wie das 1917 veröffentliche Werk „Expressionistische Bauernmalerei“ des Schweizer Kulturphilosophen Max Picard (1888–1965) bei, der eine von romantischen Vorstellungen geprägte bäuerlich-naive Kreativität ohne wirtschaftliche Interessen propagierte.[113]
Ein entscheidender Impuls für die Hinterglasmalerei der Moderne kam von Paul Klee (1879–1940), der 1905 erste Hinterglasbilder zur Erprobung von Hell-Dunkel-Kontrasten malte. Bis 1917 schuf er 64 Hinterglasbilder,[114] hauptsächlich Landschafts- und Tierdarstellungen sowie Porträts (z. B. Abb.). 1906 beschrieb er dies als befreienden Akt: „Ausserdem bewegte ich mich eifrigst auf der glättesten Fläche, hinter Glas, wurde einfach, warf Ballast ab, bis nur sehr wenig mehr da war.“[115]
Anfang des 20. Jh. entdeckte die Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ die Hinterglasmalerei als Volkskunst in Oberbayern. Ein dafür prägendes Erlebnis war Gabriele Münters (1877–1962) Begegnung mit dem Hinterglasmaler Heinrich Rambold (1872–1953): „Bei Rambold sah ich, wie man es machen kann. Ich war in Murnau – soviel ich weiß – die erste, die Glasscheiben nahm und etwas machte. Zuerst Kopien, dann auch verschiedene eigene Dinge […] ich war entzückt von der Technik und wie schön das ging und erzählte Kandinsky immer davon, um ihn auch dazu anzuregen – bis er auch anfing und dann viele Glasbilder machte [...].“[116] Gabriele Münter und Wassily Kandinsky (1866–1944), die ab 1909 zusammen in Murnau lebten und dort auch die rund 1.000 Hinterglasbilder aus Bayern und Böhmen umfassende Sammlung von Johann Krötz (1858–1919) kennengelernt hatten, kopierten zunächst Hinterglasbilder, u. a. von Heinrich Rambold, und schufen dann angeleitet durch ihn eigene Gemälde.[117] Im Oeuvre Gabriele Münters haben sich rund 70 Hinterglasbilder erhalten.[118] Wassily Kandinsky schuf etwa 60 Hinterglasgemälde. Heinrich Campendonk, das jüngste Mitglied des „Blauen Reiters“, 1911 bis 1923 in Oberbayern ansässig, malte 76 Werke hinter Glas.[119] Von 1926 bis 1933 als Professor für Glasmalerei, Wandmalerei, Mosaik und Gobelinweberei an der Kunstakademie in Düsseldorf tätig, unterrichtete er auch Hinterglasmalerei.
Von den Rheinischen Expressionisten arbeitete richtungweisend August Macke (1887–1914) hinter Glas sowie Paul Adolf Seehaus (1891–1919) und Carlo Mense (1886–1965).[120] Die Gruppe trat 1912 erstmals bei der Sonderbund-Ausstellung in Köln in Erscheinung und im Jahr darauf in Bonn. Der Künstler Walter Dexel (1890–1973) schuf zwischen 1915 und 1929 anfangs kubo-futuristische und dann ausschließlich konstruktivistische Hinterglasbilder (z. B. Glasbild II oder Blaue Scheibe, 1928, Frankfurt a. M., Städel Museum[121]), stilistisch angeregt durch den Kontakt zu den Künstlern des Bauhauses in Weimar.[122]
Die Augsburger Künstlerin Ida Paulin (1880–1955), die an der Münchner Damenakademie Malerei studiert hatte, arbeitete dann vorwiegend als Glaskünstlerin. Sie gestaltete in erster Linie vielfarbig bemaltes Hohl- bzw. Gebrauchsglas und dekorative Objekte, beeinflusst von Jugendstil, Art Déco, Bauhaus und Konstruktivismus. Dokumentiert sind 34 nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene Hinterglasbilder, als Fensterglas aus zerstörten Gebäuden frei verfügbar war. Das quadratische Format schnitt sie in Kachelgröße und umklebte die Kanten vor der Bemalung.[123] Auch andere Künstler verwendeten dieses Material als Bildträger, das im Gegensatz zu anderen in Fülle zur Verfügung stand, wie z. B. Werner Schriefers (1926–2003), der über 500 Werke hinter Glas schuf.[124] Andere Künstler, die sich der Hinterglasmalerei widmeten, gerieten in Vergessenheit, u. a. Gottfried Brockmann (1903–1983)[125], Reinhold Nägele (1884–1972)[126], Ernst Weiers (1909–1978)[127] und Max Wendl (1904–1984)[128].
Ein belgischer Maler mit wichtigem Oeuvre in der Hinterglasmalerei ist Floris Jespers (1889–1965), beginnend mit der Antwerpener Avantgarde-Bewegung der 1920er Jahre. Impulsgebend war der befreundete Dichter Paul Van Ostaijen, der ihn mit Heinrich Campendonks Malerei hinter Glas vertraut machte.[129] Jespers erste kubistisch-expressionistische Hinterglasbilder entstanden Anfang der 1920er, gefolgt von der Serie der Clowns und anderen Sujets in späteren Jahren sowie den Afrikanischen Frauen ab 1951 in farbintensiven, idealisierenden Arbeiten.[130] Floris Jespers arbeitete mit Ritz- und Schabtechniken, Metallplatten auf der Rückseite der bemalten Fläche, später auch mit Flecken und Tropfen auf der Glasoberfläche.[131]
Bedeutend für die Sakralkunst war die Schweizer Groupe de Saint-Luc (auch Saint-Maurice oder Romand-Gruppe der Gesellschaft von Saint-Luc), die zahlreiche moderne Kirchenfenster schuf. Die von Alexandre Cingria (1879–1945) gegründete Künstlervereinigung war 1919–1945 aktiv, wobei von den rund zwanzig Künstlern nur Emilio Maria Beretta (1907–1974), Gaston Faravel (1901–1947) und Paul Monnier (1907–1982) die Technik der Hinterglasmalerei anwandten, hauptsächlich zur Darstellung des Kreuzwegs.[132]
In Kroatien entstand in dem Dorf Hlebine in der Region Podravina (Drautal) Anfang der 1930er eine eigene Richtung der naiven Hinterglasmalerei. Den Anstoß gab der an der Kunstakademie Zagreb ausgebildete und dort später lehrende Maler Krsto Hegedušić (1901–1975), der in Hlebine das Maltalent junger Bauern förderte, darunter Ivan Generalić (1914–1992) und Franjo Mraz (1910–1981). Sie stellten in naivem Stil das Leben im Drautal dar, verbanden damit aber auch Sozialkritik. 1931 fand die erste Ausstellung der Künstlergruppe „Zemlja“ (Erde) in Zagreb mit Werken dieser Künstler statt und begründete ihre überregionale Bekanntheit. Generalić unterrichtete nach dem Zweiten Weltkrieg den Stil und die Technik und begründete damit die „Hlebiner Schule“.[133]
Während des 20. Jh. wurde Hinterglasgemälde zunehmend im öffentlichen Raum eingesetzt. Neben Glas gewann auch Plexiglas als Träger Bedeutung. Neue Techniken wie Collage oder Fotografie wurden aufgenommen und neuartige Materialien fanden Verwendung, darunter Acrylfarbe und Filzstift.[134]
5. Das 21. Jh.
Der Hinterglasmaler und Glaskünstler Jochem Poensgen (1931–2023) schuf nach einem Besuch in Murnau erste Hinterglasbilder.[135] In Oberbayern hatte Poensgen 2013 die moderne Hinterglasmalerei von Heinrich Campendonk kennengelernt.[136]
Gerhard Richter (geb. 1932) beschäftigte sich in seinem Spätwerk mit Hinterglasmalerei: Es entstanden mehrere umfangreiche Serien abstrakter Farbflächen. Die Reihe „Sindbad“ von 2008 besteht aus 98 Lackbildern hinter Glas, jeweils mit den Maßen 30 x 24 cm. Die Aladin-Serie von 42 Hinterglas-Tafeln in Acryllack schuf er 2010, ebenso die Serien „Perizade“ und „Ifrit“.[137]
Zeitgenössische Positionen der Hinterglasmalerei vertreten in Deutschland Michael Jäger (geb. 1956), Camill Leberer (geb. 1953) und Gaby Terhuven (geb. 1960)[138]. Thilo Westermann (geb. 1980) setzt die oft botanischen Motive seiner Hinterglasbilder aus einzelnen Punkten zusammen.[139] Die Schweizer Künstlerin Silvia Gertsch (geb. 1963) bevorzugt seit Ende der 1980er Jahre die Hinterglasmalerei. Dabei schafft sie wie Fotografien wirkende Arbeiten, die sich mit der zeitgenössichen Kultur auseinandersetzen.[140]
Anmerkungen
- ↑ Achtzehn Techniken unterschied Frieder Ryser, Verzauberte Bilder. Die Kunst der Malerei hinter Glas von der Antike bis zum 18. Jahrhundert, München 1991, S. 289–292. Für freundliche Hinweise auf Fachliteratur wie auch Informationen zu technischen Verfahren dankt die Verfasserin Simone Bretz, Mittenwald.
- ↑ Vgl. Hinterglasmalerei, in: Lexikon der Kunst, Bd. 3, 1. Aufl. Leipzig 1991, 2. Aufl. Frankfurt a. M. 1996, Sp. 263–265.
- ↑ Heraclius, Von den Farben und Künsten der Römer, lateinisch-deutsch, hg. und übers. von Albert Ilg, Wien 1873, S. 6–8; vgl. Wolfgang Steiner u. a., Goldglanz und Silberpracht: Hinterglasmalerei aus vier Jahrhunderten, Ausstellungskatalog Augsburg 2015, S. 19.
- ↑ Erhard Brepohl, Theophilus Presbyter und das mittelalterliche Kunsthandwerk. Gesamtausgabe der Schrift ‚De diversis artibus‘ in zwei Bänden, Bd. 1, Köln 1999, S. 152 (lib. 2, cap. 13 und 14); vgl. auch Hinterglasmalerei, in: Lexikon der Kunst, Bd. 3, 1. Aufl., Leipzig 1991, 2. Aufl. Frankfurt a. M. 1996, Sp. 264.
- ↑ Cennini, Il libro dell'arte, Kap. 172: Fabio Frezzato (Ed.), Cennino Cennini. Il libro dell'arte, Vicenza 2. Aufl. 2006, S. 192–195.
- ↑ Kantonsbibliothek Vadiana St. Gallen, VadSlg. Ms. 395B, fol. 282r: Doris Oltrogge, „Vf gleser molen“: Kunsttechnologische Quellen zur Hinterglasmalerei im deutsch- und niederländischsprachigen Raum (14.–16. Jh.), in: Simone Bretz u. a. (Hg.), Deutsche und niederländische Hinterglasmalerei vom Mittelalter bis zur Renaissance, Berlin/München 2016, S. 36.
- ↑ Libreria dell’Università di Padova, Ms. 992 nach Christoph Zindel, Güldene Kunst-Pforte. Quellen zur Kunsttechnologie, Bern 2010, S. 158f.
- ↑ Johann Kunckel, Ars Vitraria Experimentalis, Oder Vollkommene Glasmacher-Kunst, Frankfurt a. Main u. a. 1679: urn:nbn:de:kobv:b4-200905199539
- ↑ Frieder Ryser und Brigitte Salmen, Amalierte Stuck uff Glas, hinder Glas gemalte Historien und Gemäld – Hinterglaskunst von der Antike bis zur Neuzeit, Ausstellungskatalog Murnau, 2. Aufl., Murnau a. Staffelsee 1997, S. 43–44. Zu Sprüngli: Thomas Freivogel, Sprüngli, Hans Jakob, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 24.01.2013: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/046196/2013-01-24/ (06.10.2025).
- ↑ Die Handschrift befindet sich seit 2004 im Vitrocentre Romont in der Schweiz und ist als kommentierte digitale Edition verfügbar: https://ulrichdanielmetzger.digital/ (10.01.2026); Anleitung für die Bemalung von Glas mit wässrig gebundenen Farben: ebd., fol. 29v (https://ulrichdanielmetzger.digital/rezepte/4 [10.01.2026]); Anleitung zum Überziehen eines Glases mit Schwarzlot und zur rückseitigen Bemalung mit Ölfarbe: ebd., fol. 33r (https://ulrichdanielmetzger.digital/rezepte/7 [10.01.2026]); „Amilieren In Gold oder Silber“: fol 33v (https://ulrichdanielmetzger.digital/rezepte/9 [10.01.2026]).
- ↑ Antoine-Joseph Pernety (Dom Pernety), Dictionnaire portatif de peinture, sculpture et gravure avec un traité pratique des différentes manières de peindre, Paris 1756, u. a. S. CVIII, CXIII, CXI, 53, 508.
- ↑ André Félibien, Des Principes de l’architecture, de la sculpture, de la peinture et des autres arts qui en dependent – Avec un dictionnaire des termes propres à chacun de ces arts, 1. Aufl. Paris 1676, 2. Aufl. Paris 1690, Bd. 3, S. 425; vgl. Frieder Ryser und Brigitte Salmen, Amalierte Stuck uff Glas, hinder Glas gemalte Historien und Gemäld – Hinterglaskunst von der Antike bis zur Neuzeit, Ausstellungskatalog Murnau, 2. Aufl., Murnau a. Staffelsee 1997, S. 40–42.
- ↑ Der wohl anführende Mahler, welcher curiöse Liebhaber lehret wie man sich zur Mahlerey zubereiten, mit Oel-Farben umgehen, Gründe, Fürnisse und andere darzu Nöthige Sachen verfertigen, die Gemählde geschickt auszieren, vergölden, versilbern, accurat lacquiren, und saubere Kupfferstiche ausarbeiten solle. Diesem ist noch beygefügt Ein Kunst-Kabinet rarer und geheim-gehaltener Erfindungen. Alles aus eigener Erfahrung aufgezeichnet, Johann Rudolph Cröcker, Jena 1729: https://www.lexart.fr/people/view/3058 (14.05.2025).
- ↑ Johann Melchior Cröker, Der wohl anführende Mahler, welcher curiöse Liebhaber lehret, wie man sich zur Mahlerey zubereiten, mit Oel-Farben umgehen, Gründe, Fürnisse und andere darzu nöthige Sachen verfertigen, die Gemählde geschickt auszieren, vergülden, versilbern, accurat lacquiren, und saubere Kupffer-Stiche ausarbeiten solle. […]. Neue viel vermehrte und verbesserte Auflage, welcher zugleich ein vollständiges Register beygefüget worden, Johann Rudolph Cröcker, Jena 1736, S. 404; https://www.digitale-sammlungen.de/en/view/bsb10259002?page=4,5 (14.05.2025).
- ↑ Vgl. Christoph Zindel, Güldene Kunst-Pforte. Quellen zur Kunsttechnologie, Bern 2010, S. 313f.
- ↑ Dictionnaire Portatif Des Arts Et Metiers, Paris 1766, Bd. 2, S. 358: „L'industrie, qui fait de nos jours tant d'efforts & de découvertes, a renouvellé la Peinture à l’huile sur glace. Quelques Artistes ont le talent de fondre les teintes de cette peinture avec tant d'art, qu'ils allient la délicatesse de la miniature à la force de la peinture à l'huile. La glace sert en même-tems de fonds camp; de vernis à ces sortes des tableaux brillans.“
- ↑ Dictionnaire raisonné universel des Arts et Métiers, Paris 1773, Bd. 3, S. 416-420. Unter dem Namen des Bruders, Pierre Joseph Macquer aufgeführt bei Christoph Zindel, Güldene Kunst-Pforte. Quellen zur Kunsttechnologie, Bern 2010, S. 316f
- ↑ Vgl. Christoph Zindel, Güldene Kunst-Pforte. Quellen zur Kunsttechnologie, Bern 2010, S. 379f.
- ↑ Mary P. Merrifield, Original treatises, dating from the XIIth to XVIIIth centuries on the arts of painting, in oil, miniature, mosaic, and on glass, Bd. 2, London 1849, S. 693 (Ricette); vgl. Frieder Ryser, Verzauberte Bilder. Die Kunst der Malerei hinter Glas von der Antike bis zum 18. Jahrhundert, München 1991, S. 27; William Salmon, Polygraphice: or the Art of Drawing, Engraving, Etching, Limning, Painting, Varnishing, Japaning, Gilding, London 1701, S. 930f. (https://archive.org/details/polygraphiceor00salm [27.09.2025]).
- ↑ Alexius Sincerus, Kern vieler schöner, und jetziger Zeit florirende Künst und Curiositäten, vorgezeiget In einem gantz neu verfasten Kunst-Buch, Frankfurt/Leipzig 1712, S. 34f. und 120–142 (Glasmalerei); VD18: 12224286: urn:nbn:de:bvb:12-bsb10133000-4; zur Nürnberger Ausgabe von 1718: Christoph Zindel, Güldene Kunst-Pforte. Quellen zur Kunsttechnologie, Bern 2010, S. 293f.
- ↑ Carington Bowles, The Whole Art of Painting in Water-colours, London 1773, S. 55–58: 1396001300.
- ↑ Zitiert nach Wolfgang Steiner, Hinterglas und Kupferstich: 100 bisher unveröffentlichte Hinterglasgemälde und ihre Vorlagen aus drei Jahrhunderten (1550–1850), München 2004, S. 10.
- ↑ VD18: 14370751: urn:nbn:de:bvb:12-bsb10257988-7; vgl. Christoph Zindel, Güldene Kunst-Pforte. Quellen zur Kunsttechnologie, Bern 2010, S. 392.
- ↑ Friedrich Dietrich, Anweisung zur Oel-Malerei, zur Fresko- und zur Miniatur-Malerei […], Quedlinburg und Leipzig, 8. verb. Aufl. 1876, S. 145–146: urn:nbn:de:bvb:12-bsb11331104-5 ; eine erste Fassung ist Friedrichs Werk, Der kleine Zeichner, Colorist und Maler als Hexenmeister; oder die angenehmste Belehrung, in wenigen Wochen die schönen Zeichnungen und Gemälde in Wasser- und Oelfarben, auf Papier, Seide, Sammet, Holz, Blech und Glas zu verfertigen, Zeichnungen, Lithographien und Kupferstiche auf letztere zu übertragen und hierzu die passende Farbe selbst zubereiten zu lernen, Leipzig 1850.
- ↑ Dresden, Staatliche Kunstsammlungen, Gerhard Richter Archiv 2010: https://skd-online-collection.skd.museum/Details/Index/3972840 (29.09.2025).
- ↑ Fride WirtlWalser: Maltechnische Memoiren. Hinterglastechniken, [Peiting] 2024, S. 46–163 mit zahlreichen Abb.
- ↑ Zum Forschungsstand: Daniel Thomas Howells, A Catalogue of the Late Antique Gold Glass in the British Museum, London 2025, S. 3–10; Renate Pillinger, Studien zu römischen Zwischengoldgläsern, Bd. 1, Wien 1984 (Österreichische Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse. Denkschriften, 110).
- ↑ Matthias Weniger, Die Hinterglasmalerei im Kontext der anderen Künste, in: Simone Bretz u. a. (Hg.), Deutsche und niederländische Hinterglasmalerei vom Mittelalter bis zur Renaissance, Berlin/München 2016, S. 25.
- ↑ Beispiele: Tiefenlicht. Malerei hinter Glas von August Macke bis Gerhard Richter, Ausstellungskatalog Penzberg, Penzberg 2017.
- ↑ Der Begriff ist 1532 erstmals in Nürnberg im Schuld- und Rechnungsbuch des Stadtschreibers Dr. Christoph Scheurl (1481–1542) belegt (Glanzlichter. Die Kunst der Hinterglasmalerei, Ausstellungskatalog Bern 2000, S. 256). Johann Neudörfer (1497–1563), Nürnberger Schreib- und Rechenmeister, erwähnte 1547, dass der Künstler Augustin Hirsvogel (1503–1553) amelierte (ebd.; Johann Neudörfer und Andreas Gulden, Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547, in: Quellenschriften für Kunstgeschichte und Kunsttechnik des Mittelalters und der Renaissance, Bd. 10, Wien 1875, S. 151).
- ↑ Frühneuhochdeutsches Wörterbuch: https://fwb-online.de/go/amelieren.s.3v_1620081156 (2.3.2026)
- ↑ Simone Bretz u. a., Deutsche und niederländische Hinterglasmalerei vom Mittelalter bis zur Renaissance, Berlin/München 2016, S. 312.
- ↑ Glanzlichter. Die Kunst der Hinterglasmalerei, Ausstellungskatalog Bern 2000, S. 256–257.
- ↑ Bis zur Verbreitung der von Justus von Liebig um 1835 erfundenen Silbernitratspiegel bestand dieser aus einem giftigen Zinn-Quecksilber-Amalgam.
- ↑ Hinterglasmalerei, Rahmenmaß: 32,4 x 26,5 cm, Sammlung Steiner, Inv.nr. 628: Hinter Glas gemalt: Geheimnisse einer Technik, Ausstellungskatalog Penzberg 2021, S. 84f.
- ↑ Mary P. Merrifield, Original treatises, dating from the XIIth to XVIIIth centuries on the arts of painting, in oil, miniature, mosaic, and on glass, Bd. 2, London 1849, S. 693; vgl. Frieder Ryser, Verzauberte Bilder. Die Kunst der Malerei hinter Glas von der Antike bis zum 18. Jahrhundert, München 1991, S. 27; William Salmon, Polygraphice: or the Art of Drawing, Engraving, Etching, Limning, Painting, Varnishing, Japaning, Gilding, London 1701, S. 930 f. (https://archive.org/details/polygraphiceor00salm [27.09.2025]).
- ↑ Boston Gazette vom 17. Januar 1757: George Francis Dow, The arts and crafts in New England 1704–1775, New York 1967, in: Ted Stanley, The Glass Print, in: The Book and Paper Group Annual 21, 2002, S. 49–55, hier 51: https://cool.culturalheritage.org/coolaic/sg/bpg/annual/v21/bpga21-13.pdf (27.09.2025).
- ↑ Hinterglasmalerei, in: Lexikon der Kunst, Bd. 6, Eggolsheim 1987, S. 21.
- ↑ Gislind M. Ritz, Hinterglasmalerei. Geschichte Erscheinung Technik, München 1972, S. 16–39; Hinterglasmalerei, in: Lexikon der Kunst, Bd. 6, Eggolsheim 1987, S. 21 f.
- ↑ London, The British Museum, Inv. Nr. 1871, 0518.2: https://www.britishmuseum.org/collection/object/G_1871-0518-2 (18.05.2025).
- ↑ New York, Metropolitan Museum of Art, Inv. Nr. 26.258: https://www.metmuseum.org/art/collection/search/466645 (18.05.2025).
- ↑ New York, Metropolitan Museum of Art, Inv.nr. 16.174.3: https://www.metmuseum.org/art/collection/search/463714 (14.10.2025).
- ↑ Jerusalem, Israel Museum Inv. Nr. 2008.21.5: https://www.lostart.de/en/found/object/gold-glass-base/622166; Wien, Antikensammlung: https://museum.imj.org.il/irso/index.php/en/item?id=380426 (10.10.2025).
- ↑ Wien, Kunsthistorisches Museum, Inv. Nr. Antikensammlung XI 1734: https://www.khm.at/kunstwerke/zirkuskutscher-72661 (18.05.2025).
- ↑ Glanzlichter. Die Kunst der Hinterglasmalerei, Ausstellungskatalog Bern 2000, S. 250.
- ↑ Sammlung R. und F. Ryser, Bern, Inv. Nr. HGL 898: Glanzlichter. Die Kunst der Hinterglasmalerei, Ausstellungskatalog Bern 2000, S. 56-57 und S. 250.
- ↑ Glanzlichter. Die Kunst der Hinterglasmalerei, Ausstellungskatalog Bern 2000, S. 250.
- ↑ Glanzlichter. Die Kunst der Hinterglasmalerei, Ausstellungskatalog Bern 2000, S. 227, Abb. 35 mit Text auf S. 226 und S. 250.
- ↑ Frieder Ryser und Brigitte Salmen, Amalierte Stuck uff Glas, hinder Glas gemalte Historien und Gemäld – Hinterglaskunst von der Antike bis zur Neuzeit. Ausstellungskatalog, 2. verbesserte Aufl., Murnau a. Staffelsee 1997, S. 41; Glanzlichter. Die Kunst der Hinterglasmalerei, Ausstellungskatalog Bern 2000, S. 250f.
- ↑ Glanzlichter. Die Kunst der Hinterglasmalerei, Ausstellungskatalog Bern 2000, S. 251.
- ↑ Glanzlichter. Die Kunst der Hinterglasmalerei, Ausstellungskatalog Bern 2000, S. 251-252 und Abb. Grabmal http://www.vaticanhistory.de/pm/html/clemens_iv_.html bzw. http://www.vaticanhistory.de/pm/G_Clemens_IV2.jpg (22.11.2025).
- ↑ Glanzlichter. Die Kunst der Hinterglasmalerei, Ausstellungskatalog Bern 2000, S. 251f.
- ↑ https://www.museum-freistadt.at/wp-content/uploads/2012/05/Geschichte-der-Hinterglasmalerei.pdf (22.11.2025).
- ↑ Schwerin, Staatliches Museum, Schloss Güstrow, Inv.nr. G 2627 (Simone Bretz u. a., Deutsche und niederländische Hinterglasmalerei vom Mittelalter bis zur Renaissance, Berlin/München 2016, Nr. 3; Kristina Hegner, Kleinbildwerke des Mittelalters in den Frauenklöstern des Bistums Schwerin, vornehmlich im Zisterzienserinnenkloster zum Heiligen Kreuz in Rostock und im Klarissenkloster Ribnitz, Diss. Leipzig 1994, S. 72–76, Abb. A 8, S. 169 und 170).
- ↑ Kassette aus dem ehem. Kloster Adelhausen, Freiburg i. B., Augustinermuseum Inv.nr. 11066 (Wolfgang Brückner [Hg.], Friedrich Knaipp, Hinterglas-Künste. Eine Bilddokumentation, München 1988, S. 42; Gislind M. Ritz, Hinterglasmalerei. Geschichte Erscheinung Technik, München 1972, S. 9).
- ↑ Weitere Beispiele: Paxtafel Heinrichs III. von Frankreich für den Ordre du Saint-Esprit, Oberitalien, Anfang 16. Jh., Silber, vergoldet, Hinterglasmalerei, transluizides Email, 37 x 16cm Paris, Musée du Louvre, Inv.nr. MR 553; Paxtafel, Florenz (?), Anfang 16. Jh., Silber, vergoldet, Tiefschnittemail, Hinterglasmalerei, Bergkristall, Maleremail, 23 x 15,4 cm, Paris, Musée du Louvre, Inv.nr. OA 5562; Paxtafel, Niederlande oder Oberrhein?, um 1510/20, Messing, vergoldet, Hinterglasmalerei, Goldhöhung, 4 Edelsteine, ca. 12 cm, Berlin, Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum, Inv.nr. K 4123 (Thomas Richter, Paxtafeln und Pacificalia: Studien zu Form, Ikonographie und liturgischem Gebrauch, Weimar 2003, Abb. 34, S. 633; Abb. 45, S. 640; Abb. 71, S. 655).
- ↑ Brüssel, Musees Royaux d’art et d’histoire, Inv.nr. 2955 (Simone Bretz u. a., Deutsche und niederländische Hinterglasmalerei vom Mittelalter bis zur Renaissance, Berlin/München 2016, Nr. 12. Glanzlichter: die Kunst der Hinterglasmalerei, Ausstellungskatalog Bern 2000, S. 252).
- ↑ Das für die Glasherstellung erforderliche Soda wurde seit der Antike aus Ägypten importiert (vgl. Fritz Kämpfer, Viertausend Jahre Glas, München 1966, S. 11).
- ↑ Turin, Museo Civico d’Arte Antica, lnv.nr. V.O. 240: https://www.palazzomadamatorino.it/it/archivio-catalogo/calvario-madonna-con-bambino-s-michele/ https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jacopino_cietario,_trittico_del_calvario_e_annunciazione,_1460.jpg (18.10.2025).
- ↑ Glanzlichter. Die Kunst der Hinterglasmalerei, Ausstellungskatalog Bern 2000, S. 255.
- ↑ New York, Metropolitan Museum of Art, The Cloisters, Inv.nr. 2008.278 (Fritz Koreny, Ein unbekanntes Meisterwerk altdeutscher Glaskunst: Hans Wertingers gläserne Hostienschale von 1498, in: RIHA Journal, 25. August 2010: https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/rihajournal/article/view/68535/63325 [01.06.2025]); Matthias Weniger, Die Hinterglasmalerei im Kontext der anderen Künste, in: Simone Bretz u. a., Deutsche und niederländische Hinterglasmalerei vom Mittelalter bis zur Renaissance, Berlin/München 2016, S. 23–25.
- ↑ Hinterglasmalerei auf facettengeschliffener Kristallglasscheibe, 11 x 7 cm, oberdeutsch, um 1500, Berlin, Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, Schloss Charlottenburg, Inv.nr. K 4123 (Wolfgang Brückner (Hg.), Friedrich Knaipp, Hinterglas-Künste. Eine Bilddokumentation, München 1988, S. 25–26, Abb. 10, S. 44).
- ↑ Glanzlichter. Die Kunst der Hinterglasmalerei, Ausstellungskatalog Bern 2000, S. 254.
- ↑ Vincenz Janke (1769–1838) – Hinterglasbilder, Ausstellungskatalog Liberec 2017, Kat.nr. 79, 118 und 120.
- ↑ Goldglanz und Silberpracht: Hinterglasmalerei aus vier Jahrhunderten, Ausstellungskatalog Augsburg, Berlin/München 2015, S. 9.
- ↑ Goldglanz und Silberpracht: Hinterglasmalerei aus vier Jahrhunderten, Ausstellungskatalog Augsburg, Berlin/München 2015, S. 11.
- ↑ Glanzlichter. Die Kunst der Hinterglasmalerei, Ausstellungskatalog Bern 2000, S. 255–259. Im Gegensatz dazu griff man in der venezianischen Glasherstellung bereits barocke Formen auf (Fritz Kämpfer, Viertausend Jahre Glas, München 1966, S. 12).
- ↑ Zwei Doppelwandbecher des Kurfürsten August von Sachsen und der Kurfürstin Anna von Sachsen, Augsburg, um 1571–1584, Glas, Silber, vergoldet. Hinterglasmalerei: wohl Nicolaus oder Virgil Solis, Fassung: Hans Selber, H. 14,9 cm, Dm. oben 9,9 cm, Dm. Fuß 9,6 cm, Gewicht 445 g: Dresden, Staatliche Kunstsammlungen, Grünes Gewölbe, Inv.nr. IV 208 und Inv.nr. IV 273: https://skd-online-collection.skd.museum/Details/Index/121751/ (31.10.2025); zur Restaurierung: https://www.kulturstiftung.de/kurfuerstliche-trinkgefaesse/ (31.10.2025).
- ↑ Glanzlichter. Die Kunst der Hinterglasmalerei, Ausstellungskatalog Bern 2000, S. 256–258.
Nennenswert ist darüber hinaus Christoph Jamnitzer (1563–1618): https://www.nuernberg.museum/artist/show/413-jamnitzer-gamnitzer-christoph (09.06.2025). - ↑ Nord- und Ostschweiz, in: Glanzlichter. Die Kunst der Hinterglasmalerei, Ausstellungskatalog Bern 2000, S. 259–265; Glasmalerei in der Schweiz, 1500–1800: https://recherche.sik-isea.ch/en/sik:text_file-15392299:exp/in/sikisea/thematic_entry?ui.featured=cms:news_8c8ec92a-0f16-4d5a-931c-0f7bd22f28a4&ui.image=sik:image_file-12619648 (08.06.2025).
- ↑ Vgl. Gislind M. Ritz, Hinterglasmalerei. Geschichte Erscheinung Technik, München 1972, S. 10.
- ↑ Schwerin, Staatliches Museum, Inv.nr. KH 879: https://www.landesmuseum-mv.de/exponate/prunkhumpen-mit-darstellung-heroischer-frauengestalten-aus-dem-alten-testament/ (22.10.2025).
- ↑ Hanspeter Lanz und Lorenz Seelig (Hg.), Farbige Kostbarkeiten aus Glas. Kabinettstücke der Zürcher Hinterglasmalerei 1600-1650, Ausstellungskatalog München 1999, S. 27–28.
- ↑ Matthias Vogel, Gotthard Ringgli. In: SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz, 2018 (erstmals publiziert 1998). https://recherche.sik-isea.ch/sik:person-4023258/in/sikart (03.06.2025). Vgl. die detaillierte Analyse einiger Zeichnungen Ringglis in: Hanspeter Lanz und Lorenz Seelig (Hg.), Farbige Kostbarkeiten aus Glas. Kabinettstücke der Zürcher Hinterglasmalerei 1600–1650, Ausstellungskatalog München 1999, S. 28–31.
- ↑ Farbige Kostbarkeiten aus Glas. Kabinettstücke der Zürcher Hinterglasmalerei 1600–1650, Ausstellungskatalog München 1999, S. 67, Abb. 43.
- ↑ Berlin, Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Kunstgewerbemuseum, Inv.nr. K-6493: Farbige Kostbarkeiten aus Glas. Kabinettstücke der Zürcher Hinterglasmalerei 1600–1650, Ausstellungskatalog München 1999, S. 103–106 mit Abb., Kat.nr. 1; https://smb.museum-digital.de/object/82904 (20.10.2025).
- ↑ Gislind M. Ritz, Hinterglasmalerei. Geschichte Erscheinung Technik, München 1972, S. 49.
- ↑ Glanzlichter. Die Kunst der Hinterglasmalerei, Ausstellungskatalog Bern 2000, S. 259.
- ↑ An die Kunstsammlungen und Museen der Stadt Augsburg übergab das Ehepaar Gisela und Wolfgang Steiner eine bedeutende Sammlung von Hinterglasgemälden, die die Genese, Blüte und Verbreitung in Deutschland und besonders in Augsburg dokumentiert (Goldglanz und Silberpracht. Hinterglasmalerei aus vier Jahrhunderten, Ausstellungskatalog Augsburg, Berlin/München 2015); Berno Haymer, Augsburger Hinterglasmalerei des 18. Jh., in: Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde 2004, S. 79–102; https://www.kulturstiftung.de/augsburg-hinterglasgemaelde/ (09.06.2025).
- ↑ Verborgene Schätze: Tiroler Hinterglasmalerei 1550–1850, Ausstellungkatalog, Brixen 2009, S. 98.
- ↑ Spiegelkabinett bzw. Südliches Kaiserzimmer errichtet im Auftrag Fürstbischofs Friedrich Carl von Schönborn 1740–1745, zerstört 1945, rekonstruiert 1979–1987: Glanzlichter. Die Kunst der Hinterglasmalerei, Ausstellungskatalog Bern 2000, S. 271); https://www.residenz-wuerzburg.de/deutsch/residenz/spiegelkabinett.htm (08.06.2025).
- ↑ Glanzlichter. Die Kunst der Hinterglasmalerei, Ausstellungskatalog Bern 2000, S. 265–267.
- ↑ Gislind M. Ritz, Hinterglasmalerei. Geschichte Erscheinung Technik, München 1972, S. 11.
- ↑ Zum Beispiel eine Anbetung der Hirten, 1688, und eine Anbetung der Könige, beide im Format 65 x 88 cm, Sammlung Königlicher Palast La Granja de San Ildefonso: Frieder Ryser, Verzauberte Bilder Die Kunst der Malerei hinter Glas, München 1991, S. 147.
- ↑ Glanzlichter. Die Kunst der Hinterglasmalerei, Ausstellungskatalog Bern 2000, S. 266–267.
- ↑ Wolfgang Steiner, Vorsicht, zerbrechlich! Hinterglasgemälde aus vier Jahrhunderten, Ausstellungskatalog Augsburg 2022, S. 20.
- ↑ https://www.ernst-von-siemens-kunststiftung.de/objekt/konvolut-von-hinterglasgemalden-aus-der-sammlung-gisela-und-prof-wolfgang-steiner.html (08.06.2025).
- ↑ https://www.vitrosearch.ch/de/objects/2502308 (08.06.2025).
- ↑ David A. Levine und Ekkehard Mai (Hg.), Bamboccianti: Niederländische Malerrebellen im Rom des Barock, Mailand 1991.
- ↑ Wolfgang Steiner, Hinterglas und Kupferstich: 100 bisher unveröffentlichte Hinterglasgemälde und ihre Vorlagen aus drei Jahrhunderten (1550–1850), München 2004, S. 8–10; Verborgene Schätze: Tiroler Hinterglasmalerei 1550–1850, Ausstellungkatalog, Brixen 2009, S. 100 (Wolfgang Steiner).
- ↑ Wolfgang Brückner, Geleitwort, in: Wolfgang Steiner, Landschaft in der Hinterglasmalerei des 18. Jahrhunderts, Ausstellungskatalog Oberammergau 2013, S. 7.
- ↑ Gislind M. Ritz, Hinterglasmalerei. Geschichte Erscheinung Technik, München 1972, S. 49–50.
- ↑ Georg Haindl (Hg.), Johann Wolfgang Baumgartner – Veduten hinter Glas, Ausstellungskatalog Augsburg 2013: https://kunstsammlungen-museen.augsburg.de/johann-wolfgang-baumgartner-veduten-hinter-glas (28.06.2025).
- ↑ Betörend schön: chinesische Hinterglasbilder aus der Sammlung Mei-Lin, Ausstellungskatalog München 2024, S. 8. Lihong Liu, From Virtuosity to Vernacularism: Reversals of Glass Painting, in: Francine Giese und Elisa Ambrosio (Hg.), China and the West: Reconsidering Chinese Reverse Glass Painting, Bd. 1, Berlin/Boston 2022, S. 17-18. DOI https://doi.org/10.1515/9783110711776 (2)
- ↑ https://recherche.sik-isea.ch/en/sik:text_file-14782129:exp/in/sikart/thematic_entry?ui.featured=cms:news_4ad7510c-2fe5-4563-9abf-a9b4df18e399 (20.07.2025).
- ↑ https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/019102/2001-04-30/ (29.06.2025).
- ↑ https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/042150/2001-04-30/ (29.06.2025); Gislind M. Ritz, Hinterglasmalerei. Geschichte Erscheinung Technik, München 1972, S. 12.
- ↑ Gislind M. Ritz, Hinterglasmalerei. Geschichte Erscheinung Technik, München 1972, S. 37–38.
- ↑ Gislind M. Ritz, Hinterglasmalerei. Geschichte Erscheinung Technik, München 1972, S. 39.
- ↑ Lihong Liu, From Virtuosity to Vernacularism: Reversals of Glass Painting, in: Francine Giese und Elisa Ambrosio (Hg.), China and the West: Reconsidering Chinese Reverse Glass Painting, Bd. 1, Berlin/Boston 2022, S. 17-18. DOI https://doi.org/10.1515/9783110711776; Betörend schön: chinesische Hinterglasbilder aus der Sammlung Mei-Lin, Ausstellungskatalog München 2024, S. 9.
- ↑ Gislind M. Ritz, Hinterglasmalerei. Geschichte Erscheinung Technik, München 1972, S. 40. Außerdem: China – und die Folgen in Europa, in: Glanzlichter. Die Kunst der Hinterglasmalerei, Ausstellungskatalog Bern 2000, S. 274-275.
- ↑ Betörend schön. Chinesische Hinterglasbilder aus der Sammlung Mei-Lin, Ausstellungskatalog München 2024, S. 9.
- ↑ Betörend schön. Chinesische Hinterglasbilder aus der Sammlung Mei-Lin, Ausstellungskatalog München 2024, S. 10.
- ↑ Betörend schön. Chinesische Hinterglasbilder aus der Sammlung Mei-Lin, Ausstellungskatalog München 2024, S. 10–11.
- ↑ Hinterglasmalerei aus Asien. Sammlung Udo Dammert, Ausstellungskatalog Hamburg 1981, Nr. 72–120 (Gernot Prunner).
- ↑ Einleitung Beispiele aus dem 19. Jh.: Hinterglasmalerei aus Asien. Sammlung Udo Dammert, Ausstellungskatalog Hamburg 1981, Nr. 134–143 (Gernot Prunner).
- ↑ Simone Bretz u. a., Nachahmung oder Fälschung? Hinterglasbilder aus dem Spätmittelalter oder dem 19. Jahrhundert, in: Simone Bretz, Carola Hagnau, u. a., Deutsche und niederländische Hinterglasmalerei vom Mittelalter bis zur Renaissance, Berlin/München 2016, S. 128–135 hier 135.
- ↑ Folklore und Avantgarde. Die Rezeption volkstümlicher Traditionen im Zeitalter der Moderne, Ausstellungskatalog Krefeld, München 2020, S. 45.
- ↑ Hinterglasmalerei, in: Lexikon der Kunst, Bd. 3, 2. Aufl. München 1996, S. 264.
- ↑ Maria Walcher, Edith A. Weinlich u. a., Ein Erbe für alle: 103 Traditionen aus Österreich, Wien-Bozen 2018, S. 35; Wolfgang Schwarze, Hinterglasmalerei aus alter Zeit, Wuppertal 1976, S. 13; Frieder Ryser, Verzauberte Bilder: die Kunst der Malerei hinter Glas von der Antike bis zum 18. Jahrhundert, München 1991, S. 272.
- ↑ Friedrich Knaipp und Wolfgang Brückner, Hinterglas-Künste: eine Bilddokumentation, München 1988, S. 234.
- ↑ Gisela Geiger und Simone Bretz, Heinrich Campendonk – Die Hinterglasbilder. Werkverzeichnis, Köln 2017, S. 56.
- ↑ Max Picard, Expressionistische Bauernmalerei, München 1917; Hinterglasbilder aus den Sammlungen der Diözese Würzburg, Ausstellungskatalog Würzburg 1990, S. 13; Hinterglasmalerei, in: Lexikon der Kunst, Bd. 6, Eggolsheim 1987, S. 22.
- ↑ Catalogue raisonné Paul Klee, bearbeitet von Josef Helfenstein und Marianne Burki, Bd. 1–9, Bern 1998–2004, Nr. 207–215, 221, 242–257, 266, 284–289, 294–295, 323–329, 351, 353, 363, 366, 383, 402–404, 425, 524, 634-635, 688, 690-691, 694, 697, 726, 1682, 1728-1729, 2335.
- ↑ Paul Klee, Tagebuch, Nr. 779, November 1906, https://www.zpk.org/de/ausstellung/paul-klee-5 (28.09.2025).
- ↑ Rosel Gollek, Gabriele Münter. Hinterglasbilder, München 1981, S. 9.
- ↑ Gisela Geiger und Simone Bretz, Heinrich Campendonk – Die Hinterglasbilder. Werkverzeichnis, Köln 2017, S. 56.
- ↑ Rosel Gollek, Gabriele Münter. Hinterglasbilder, München 1981; Helmut Friedel (Hg.), Hinterglasbilder, Schnitzereien und Holzspielzeug, von Gabriele Münter gesammelt, kopiert und in ihren Werken dargestellt, Murnau 2000.
- ↑ Gisela Geiger und Simone Bretz, Heinrich Campendonk – Die Hinterglasbilder. Werkverzeichnis, Köln 2017, S. 6, 9 und 56.
- ↑ Vorsicht Glas! Hinterglasmalerei von August Macke bis heute. Ausstellungskatalog Neuss, Köln 2020, S. 10, 46, 56.
- ↑ https://stories.staedelmuseum.de/de/neu-im-staedel-glasbild-ii-oder-blaue-scheibe-von-walter-dexel (02.04.2026)
- ↑ Ruth Wöbkemeier (Hg.), Walter Dexel (1890-1973), Werkverzeichnis: Gemälde, Hinterglasbilder, Gouachen, Aquarelle, Collagen, Ölstudien, Entwürfe zu Bühnenbildern, Heidelberg 1995, S. 17 und 340–345.
- ↑ Yvonne Schülke: Die Hinterglasmalerei im Werk von Ida Paulin, in: Ida Paulin – Glaskunst made in Augsburg, Regensburg 2024, S. 127-134.
- ↑ Bettina Zeman, Vorsicht Glas! Hinterglasmalerei von August Macke bis heute, Ausstellungskatalog Neuss, Köln 2020, S. 11, 26-27, 31, sowie Werner Schriefers – Bilder Hinter Glas und Neue Arbeiten, Ausstellungskatalog Viersen, Siegburg/Viersen 1999.
- ↑ Knut Nievers und Gernot Thiele (Hg.), Gottfried Brockmann: Bild und Überzeitlichkeit, Ausstellungskatalog Kiel 1995.
- ↑ Tiefenlicht: Malerei hinter Glas von August Macke bis Gerhard Richter, Ausstellungskatalog Penzberg 2017.
- ↑ Ernst Weiers. Oelgemälde, Hinterglasbilder, Farbige Lithographien, Ausstellungskatalog Düsseldorf, Düsseldorf 1958.
- ↑ Beate Marks-Hanßen, Max Wendl 1904–1984: Zeugnisse künstlerischer Vielfalt – Malerei, Grafik, Glaskunst, Entwürfe, Bad Honnef 2011.
- ↑ Louise Frederique, Floris Jespers achterglasschilderijen – peintures sous verre, Ingelmunster/Brussel 1989, S. 46. Als frühes Werk entstand zu Beginn der 1920er Jahre z. B. das Kubistische Cello in Verre églomisé-Technik mit Ölfarbe auf Kathedralglas, s. Cubist Cello, frühe 1920er Jahre: https://www.florisjespers.com/en/03-00-08-kubistische-cello/ (07.04.2026).
- ↑ Louise Frederique, Floris Jespers achterglasschilderijen – peintures sous verre. Ingelmunster/Brussel 1989, S. 14-16.
- ↑ Louise Frederique, Floris Jespers achterglasschilderijen – peintures sous verre, Ingelmunster/Brussel 1989, S. 212–214.
- ↑ Elisa Ambrosio, La peinture sous verre et sa réappropriation, in: Valérie Sauterel und Camille Noverraz (Hg.) Lumières nouvelles sur le sacré: Arts verriers du Groupe de Saint-Luc, Ausstellungskatalog Romont, Boston 2024, S. 122–127: https://directory.doabooks.org/handle/20.500.12854/152431 (07.04.2026).
- ↑ Grgo Gamulin, Naive Malerei. Ivan Generalić und die Schule von Hlebine, [Verfasser]; Gütersloh [1982]; Vladimir Crnković, Umjetnost Hlebinske škole: Ivan Generalić, Franjo Mraz, Mirko Virius, Franjo Filipović, Dragan Gaži, Ivan Večena, Mijo Kovačić, Martin Mehkek, Josip Generalić, Ivan Lacković Croata, Franjo Vujčec, Nada Švegović Budaj, Dragica Lončaró. The Art of the Hlebine School, Zagreb 2006. Das Nationalmuseum für Moderne Kunst in Zagreb bewahrt eine Werkauswahl: https://nmmu.hr/en (29.09.2025).
- ↑ Simone Bretz, Hinterglasmalerei: ...die Farben leuchten so klar und rein – Maltechnik, Geschichte, Restaurierung, München 2013, S. 57.
- ↑ https://www.jochempoensgen.de/home/hinterglasbilder/ (29.09.2025).
- ↑ https://www.soest.de/bildung-kultur/kultur/museen/jochem-poensgen-jetzt-und-frueher-werke-1951-2021 (29.09.2025).
- ↑ https://www.gerhard-richter.com/de/art/paintings/abstracts/works-behind-glass-94 (29.09.2025).
- ↑ Bettina Zeman, Vorsicht Glas! Hinterglasmalerei von August Macke bis heute, Ausstellungskatalog Neuss, Köln 2020, S. 10–101.
- ↑ Hans Dickel, Schönheit hinter Glas: Zu den Bildern Thilo Westermanns, in: Thilo Westermann et l’art de Dessiner Sous Verre, Ausstellungskatalog Romont, Berlin 2022, insbesondere S. 133–135. Zur Werkgenese schrieb der Künstler an die Verfasserin am 17.4.2026: „Er radiert seine Motive Punkt für Punkt aus der geschwärzten Rückseite einer Glasscheibe. Am Ende werden die kleinen Punkte durch eine abschließend aufgetragene weiße Farbschicht versiegelt, sodass sie nach vorne hin durch die Glasscheibe sichtbar sind und Raum, Tiefe und Schatten suggerieren können. Ist ein Werk vollendet, wird es gescannt, vergrößert und gedruckt. In der Vergrößerung zerfällt das Motiv in seine Bestandteile: Die Punkte geben sich als handgesetzte Elemente zu erkennen. Einer nach dem anderen offenbaren sie so den Gestus des Künstlers und die Entstehung des Werkes selbst.“
- ↑ Francine Giese (Hg.), Silvia Gertsch – Licht und Gegenlicht/Lumière et contre-jour, Ausstellungskatalog Romont, Berlin 2023. Außerdem Silvia Gertsch, in: Donald M. Hess, Hess Art Collection, Ostfildern 2009, S 126–131.
Verweise
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